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»Auf Gemeinsamkeiten besinnen«

27.Oktober 2017 | Pressespiegel | Gemeinde

Gideon Joffe über jüdische Schulbildung, eine neue Kita und Herausforderungen für die Gemeinde

 

Herr Joffe, wie fällt Ihre Bestandsaufnahme am Ende des alten und zu Beginn des neuen Jahres für die Gemeinde aus? Was konnten Sie erreichen, wo muss nachgebessert werden?
Trotz der Vielzahl der Erfolge liegen noch eine Menge Aufgaben vor uns, die wir womöglich bisher nur im Ansatz in Angriff genommen haben – Stichwort Sekundarschule und Erweiterung der Kindergärten. Außerdem bieten wir noch viel zu wenige Dienstleistungen für unsere Mitglieder an. Das erzeugt eine potenzielle Unzufriedenheit, die ich gut verstehen kann. Wenn zum Beispiel 100 Eltern ihre Kinder im Kindergarten anmelden wollen, wir aber nur 30 Plätze haben, gehen 70 Familien leer aus. Das wollen wir im neuen Jahr ändern.

Sie haben Erfolge genannt. An welche denken Sie dabei?
Wir haben im Rahmen des Möglichen viel für die Gemeindemitglieder getan. Stellvertretend seien hier die Vielzahl der Seniorenklubs, die zweite Kindertagesstätte auf dem Gelände der jüdischen Grundschule, die Einführung des bilingualen Unterrichts, die Gehaltssteigerung der Mitarbeiter und die Anpassung der Lehrergehälter an den Öffentlichen Dienst genannt – all das haben wir mit den Mitteln erreichen können, die uns zur Verfügung stehen. 

Die Anpassung der Lehrergehälter war vor den Sommerferien eine zentrale Forderung bei Warnstreiks an beiden Schulen. Gibt es diesbezüglich neue Entwicklungen?
Ja und nein. Wir haben Lehrer, die werden besser bezahlt als Kollegen im Öffentlichen Dienst, und wir haben Lehrer, die werden schlechter bezahlt. Zugleich muss man sagen, dass die Heinz-Galinski-Schule zum Großteil aus Senatszuschüssen und Elterngebühren finanziert wird. Und die Soziodemografie unserer Elternschaft ist nun einmal im Unterschied zu anderen Berliner Privatschulen nicht so strukturiert, dass man hier hohe Summen verlangen kann. Das führt dazu, dass wir chronisch unterfinanziert sind, aber nicht so, dass sich die Gehälter der schlechter bezahlten Lehrer extrem von denen im Öffentlichen Dienst unterscheiden. Wir reden hier von Unterschieden zwischen drei und fünf Prozent – die werden wir versuchen zu beheben. Wir sind weiterhin die jüdische Schule Berlins mit den besten Gehältern für die Lehrer.

Das vollständige Interview in der Jüdischen Allgemeinen können Sie hier lesen:

www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29717

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