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Gedenkstein in Minsk enthüllt

25.Juni 2009 | Pressemitteilung | Gemeinde

Ein Gedenkstein auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs im weißrussischen Minsk erinnert seit dem 25. Juni 2009 an die Berliner Juden, die während der NS-Zeit in der Vernichtungsstätte Malyj Trostenez ermordet wurden.

Ab November 1941 wurden etwa 1200 Juden aus Berlin in das Ghetto in Minsk gebracht. Nur ein Überlebender dieses Transportes und der anschließenden Vernichtungsaktion ist bekannt.

Enthüllt wurde der Gedenkstein im Beisein von rund 70 Überlebenden des Lagers, Veteranen und Partisanen. Außerdem nahmen an der Zeremonie viele Vertreter aus Berlin teil wie Dr. Rainer Klemke, Vertreter der Senatskulturverwaltung, Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Hermann Simon, Direktor der Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum, Prof. Dr. Wolfgang Benz, Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und auch Fried Nielsen, stellvertretender deutscher Botschafter in Weißrussland. Initiiert wurde die Gedenkfeier von der Senatskulturverwaltung Berlin und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Weißrussland etwa eine Million Juden. Von ihnen wurden 800.000 Menschen in den über 360 deutschen Vernichtungsstätten auf weißrussischem Boden ermordet. Lala Süsskind findet es unverständlich, dass diese Tatsache bis heute in Deutschland kaum Beachtung findet, geschweige denn in Weißrussland selbst.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hat am Vorabend der Feier für die ca. 70 Überlebenden des Lagers einen Empfang gegeben. Die Gespräche mit diesen in Minsk ansässigen Menschen, teilweise in jiddischer Sprache, waren erschütternd, da sie bis heute traumatisiert sind von ihren damaligen Erlebnissen. Nachhaltig betroffen und hilflos machten die unzureichenden Lebensbedingungen, unter denen diese alten und oft kranken Menschen heute leben müssen.

 

 

 

Leonid Lewin, Vorsitzender des Verbandes der Jüdischen Gemeinden und Organisationen, Belarus, vor dem Gedenkstein mit Gästen aus Berlin

Leonid Lewin, Vorsitzender des Verbandes der Jüdischen Gemeinden und Organisationen, Belarus, vor dem Gedenkstein mit Gästen aus Berlin